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Dichtung der Wasserpumpe wechseln



Dichtung der Wasserpumpe wechseln

Aufgrund eines Dichtungsproblems an der Kühlmittelpumpe, welche an der rechten Motorblockseite
befestigt ist, hinterließ mein Kühlmittel an jeder Kreuzung einen 10cm-Durchmesser-Fleck. :-(

Zuerst wollte ich die Reparatur meinem Kawa-Händler überlassen, dann entschied ich mich das Angebot
von Jörg anzunehmen und es gemeinsam zu erledigen.

Bei der Bestellung der Dichtungen ([Ironie]welcher Händler legt sich sowas nicht aufs Lager [/Ironie])
deutete sich schon zaghaft an, dass es etwas teurer werden würde. Man benötigt nämlich 4 (eigentlich 5)
Dichtungen:

  • 2 Papierdichtungen für die Gehäuseschalen (die Pumpe besteht aus 2 Formteilen (Aluguss-Schalen),
    die an den Motorblock angesetzt sind),
  • 1 Simmerring (Plastikring mit innenliegenden Gummidichtring mit Federumspannung)für die
    Antriebswelle und
  • 1 mechanische Dichtung, bestehend aus Aluminiumgehäuse mit Schmelzdichtung zum Gehäuse,
    Feder und (sah aus wie Graphit) Dichtring zum Flügelrad, abschließend
  • 1 Gegenstück zur mechanischen Dichtung als Lagerdichtung im Flügelrad.
Kosten insgesamt: 41,20€ Material

Das Auswechseln nur einer Dichtung macht keinen Sinn. Beim Öffnen der Pumpe wird automatisch die
Papierdichtung zerstört. Diese sind nicht zwingend die Ursache für die Undichtheit, wie sich bei mir
herausstellte. Bei mir war es der Simmerring, würde ich als "Laie" diagnostizieren. Siehe Bild 1.

Die Kühlflüssigkeit suppte durch den Simmerring zur Motorblockseite und dort durch die Papierdichtung.
Der Abbau der Pumpe gestaltet sich recht einfach. Man kann alles von außen demontieren. Zuerst wird
der Tank heruntergenommen, der obere Kühlerverschluß geöffnet und durch die Ablassschraube an der
Pumpenunterseite die Kühlflüssigkeit abgelassen.

Danach folgt das Lösen der Schrauben am Pumpengehäuse. Die äußere Gehäuseschale wird
abgenommen und das Flügelrad !im Uhrzeigersinn! mit einem passenden Schlüssel abgedreht. Beim
Abnehmen der Schale kann vorsichtig mit einem kleinen Schraubendreher nachgeholfen werden. Sie
dürfte durch die Papierdichtung am Gegenstück haften. Ansonsten leicht anwackeln. Achtung, es sind
Führungshülsen in den Bohrungen der Gehäuseschrauben.
Dann folgt das Lösen der zweiten Gehäuseschale analog zur ersten. Diese Schale muss dann von der
Pumpenachse abgezogen werden. Siehe Bild 2.

Wasserpumpendichtung1.jpg


Wasserpumpendichtung2.jpg


Nun folgt die wohl unangenehmste Sache dieser Prozedur. Die Gehäuseschalen müssen von den
Papierdichtungsresten befreit werden. Ich habe sie mit einem Cuttermesser vorsichtig heruntergekratzt.
Danach mit Terpentin oder Benzin nachreinigen. Das ist wichtig für die passgenaue Anlage der neuen
Dichtungen, sonst ist wieder der große grüne Fluss im Gange!

Der Dichtungsring in der inneren Gehäuseschale wird behutsam herausgehebelt, die gegenüberliegende
mechanische Dichtung von hinten herausgedrückt.

Nach der Reinigung der Schale beginnt der Zusammenbau mit dem Einsetzen des neuen Simmerringes.
Dazu leicht Dichtungsfett auf die äußere Kontur streichen und den Ring gleichmäßig bis zur Anlage
hineindrücken. Die mechanische Dichtung wird von der Gegenüberliegenden Seite hineingedrückt. Da sie
eine Presspassung besitzt, geht das nicht so leicht. Wir haben eine Nuss (Steckschlüssel) mit glatter
Vorderkante gesucht, die auf dem Metallring aufliegt, welcher an die Gehäuseform gepresst werden soll.
Dann in den Schraubstock eingespannt und vorsichtig, auf rechtwinkligen Sitz achtend, hineingedrückt.
Die Nuss ist notwendig, da der Lagerdichtring der mechanischen Dichtung etwas übersteht und nicht
beschädigt werden darf.

Die Funktion der mechanischen Dichtung ist die Abdichtung des Pumpenraumes am drehenden Flügelrad.
Dazu wird per Federring ein widerstandfähiger Dichtring auf ein weicheres Gegenstück in dem Flügelrad
gepresst. Es könnte daher gut ein härteres Graphit sein, da Graphit eine schmierende bzw. gleitende
Eigenschaft besitzt. Die mechanische Dichtung ist in sich dicht.
Das Dichtungsgegenstück im Flügelrad haben wir übrigens nicht ausgetauscht. Es war uns zu fummelig,
es aus dem Sitz herauszubekommen. Da es optisch aber in Ordnung schien, hat es eine 2te Chance
bekommen.

Wenn das erledigt ist, kann man erleichtert aufatmen. Der Rest ist simpel. Zuerst benetzt man den
Wellendichtring des Simmeringes mit etwas Kühlflüssigkeit als Gleithilfe, setzt die Papierdichtung auf und
fixiert es am Motor. Dann wird das Flügelrad aufgeschraubt (entgegen dem Uhrzeigersinn) und die äußere
Gehäusehälfte mit Papierdichtung aufgesetzt. Schrauben anziehen. Die Ablassschraube nicht vergessen
und schon kann die Kühlflüssigkeit von oben eingefüllt werden.

Geschrieben von Martin (Blackhut) am 26.04.2005
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Veröffentlicht am: Di 17. Apr 2012, 21:44 vom: Talertim
Artikeltyp: HowTo • Zugriffe: 2989 • Bewertung: 5/5 (1 Bewertungen)

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